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Versicherungsangebote auf dem Markt gibt es wie Sand am Meer. Hier den Überblick zu behalten, fällt schwer. Wir sorgen für den nötigen Durchblick: interessante Hintergrundinfos, Reportagen, detaillierte Produktebeschreibungen, Expertenmeinungen und Porträts. Interessant und informativ.

Unfall oder Krankheit

Die Unfallversicherer kennen eine genaue Definition für die Bestimmung ob ein versichertes Ereignis einem Unfall oder einer Krankheit zugeordnet werden muss.

Die Unfallversicherer kennen eine genaue Definition für die Bestimmung ob ein versichertes Ereignis einem Unfall oder einer Krankheit zugeordnet werden muss.

Der gängige Unfallbegriff umfasst 5 Stichworte: Ereignis, Gesundheitsschädigung, unfreiwillig, von aussen, plötzlich.

Alle Unfallversicherer inkl. der SUVA und den Krankenkassen prüfen ihre Leistungspflicht aufgrund dieser Definition. Eine klare Sache, müsste man meinen: Doch weit gefehlt! Ich erwähne nur 2 Stichworte: Meniskusschaden oder Rückenprobleme. Diese zwei Fälle geben oft zu Diskussionen Anlass.

Eine Meniskusverletzung infolge eines Misstrittes wird nicht zwingend als Unfall taxiert, kann es doch sein, dass der Unfallversicherer aufgrund der Vorgeschichte des Versicherten geltend macht, es handle beim vermeintlichen Unfall um kein eigentliches Unfallereignis sondern lediglich um die Verschlechterung eines bestehenden, krankhaften Vorzustandes. Voilà! Und nun, wieso ist das wichtig?

Als Arbeitnehmer ist man bekanntlich obligatorisch gegen Unfälle versichert. Die meisten Firmen haben auch eine Versicherung, die die Folgen einer Arbeitsunfähigkeit bei Krankheit abdecken. Um beim Knieschaden zu bleiben. Angenommen, der UVG-Versicherer anerkenne das Unfallereignis nicht. Die Konsequenz wäre, dass sie das Ereignis ihrer Krankenkasse melden müssten. Vielleicht haben sie aber eine Franchise von Fr. 1500.-? Dann bezahlen sie einen Teil der Aufwendungen selber.

Es könnte auch sein, dass die Verletzung eine längere Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht. Wer bezahlt dann den Lohnausfall? Der UVG-Versicherer oder der Krankentaggeldversicherer? Auch diese Frage kann sehr wichtig sein.

Gemäss UVG wird 80% des Lohnes ab dem 3. Tag bezahlt, beim Krankentaggeldversicherer besteht vielleicht eine Wartefrist von 30 oder 60 Tagen. Für sie als Arbeitnehmer nicht so wichtig. Für sie als Arbeitgeber aber umso wichtiger, ob es sich um einen Unfall handelt oder nicht.

Solche Fragen und Unstimmigkeiten wird es leider immer wieder geben. Wenn sie als Firmeninhaber jedoch versuchen, sofern möglich das UVG und das Krankentaggeld beim selben Versicherer zu platzieren, bleiben ihnen ein Teil der Probleme erspart.

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Wintergefahren für Eigentümer

In der Winterzeit ergeben sich immer wieder Fragen im Zusammenhang mit Schäden, die infolge von Schnee oder von Glatteis entstehen.

In der Winterzeit ergeben sich immer wieder Fragen im Zusammenhang mit Schäden, die infolge von Schnee oder von Glatteis entstehen. . In der Winterzeit ergeben sich immer wieder Fragen im Zusammenhang mit Schäden, die infolge von Schnee oder von Glatteis entstehen.

Nehmen wir an, auf dem Grundstück neben dem öffentlichen Weg, der zu ihrem Haus führt, befinden sich grosse Bäume. Es ist zu befürchten, dass diese bei Nassschnee umstürzen und dabei Personen auf dem Weg verletzen könnten. Wer wäre in diesem Fall haftbar?

Hat der Eigentümer oder ein früherer Eigentümer des Grundstückes die Bäume angepflanzt, dann kann er gegenüber einem Benutzer des öffentlichen Weges haftbar sein; vorausgesetzt, er musste damit rechnen, dass die Bäume wegen ihres Alters oder aus anderen Gründen dem Nassschnee nicht mehr standhalten. Wäre dem so, hätte der Grundstückeigentümer damit einen gefährlichen Zustand geschaffen, was zu einer Haftung des Grundeigentümers führen würde. Sind aber die Bäume von Natur aus gewachsen, dann besteht keine Haftpflicht, ausser der Eigentümer hätte erkennen müssen, dass der Baum eine Gefahr für die Wegbenutzer darstellt. Das Bestehenlassen eines durch die Natur geschaffenen Zustandes führt jedoch im Allgemeinen nicht zu einer Verantwortlichkeit.

Auf der anderen Seite kann aber auch der Eigentümer des öffentlichen Weges unter Umständen haftpflichtig werden. Weil der Weg ein Werk im Sinne des Obligationenrechts (OR) Art. 58  darstellt, muss der Eigentümer dafür besorgt sein, dass dem Benutzer des Weges keine Gefahr droht, auch nicht wegen benachbarter Bäume. Die Haftpflicht des Wegeigentümers hängt allerdings auch davon ab, ob er vernünftigerweise die von den Bäumen drohende Gefahr hätte erkennen müssen. Sind die Bäume z.B. nicht offensichtlich morsch, kann der Grundeigentümer nicht verantwortlich gemacht werden.

Ein ähnliches Thema sind Zugangswege, Parkplätze und Treppen zum Haus. Sind diese infolge der Kälte stark vereist und wurden vom Eigentümer nicht rechtzeitig geeignete Massnahmen getroffen, kann er für allfällige Personen und/oder Sachschäden verantwortlich gemacht werden.

Ein ähnliches Thema sind Zugangswege, Parkplätze und Treppen zum Haus. Sind diese infolge der Kälte stark vereist und wurden vom Eigentümer nicht rechtzeitig geeignete Massnahmen getroffen, kann er für allfällige Personen und/oder Sachschäden verantwortlich gemacht werden.In beiden Fällen schützen entsprechende Haftpflichtversicherungen das Vermögen der Eigentümer.

Mark Grüring, Leiter Niederlassung Zug, Graf & Partner Versicherungsbroker AG

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Schneesport abseits markierter Pisten

Bei Touren im Hochgebirge und beim freien Skifahren oder Snowboarden, werden öfters Steilhänge auf Skiern bewältigt und die Abfahrt erfolgt abseits von präparierten und gesicherten Pisten, meist im Tiefschnee. Bei diesen waghalsigen Sportarten droht ein Prämienzuschlag.

Bei Touren im Hochgebirge und beim freien Skifahren oder Snowboarden, werden öfters Steilhänge auf Skiern bewältigt und die Abfahrt erfolgt abseits von präparierten und gesicherten Pisten, meist im Tiefschnee. Die Tourenskifahrer, aber auch die Snowboarder und Hobbyskifahrer bewegen sich dabei oft auf ungesichertem Gelände und müssen sich angesichts der Risiken, die sie eingehen, besonders sorgfältig informieren.

So sind neben den allgemeinen Warnhinweisen (wie beispielsweise erhöhte Lawinen- oder Schneebrettgefahr) auch die Vorsichtsmassnahmen zu beachten, die in den FIS-Verhaltensregeln und in anderen Richtlinien für Skifahrer und Snowboarder festgehalten sind (vgl. www.skus.ch).

Schneesportaktivitäten abseits markierter Pisten können als Wagnis gelten, wenn die relevanten Regeln und Vorsichtgebote in krasser Weise missachtet werden. In solchen Fällen darf die obligatorische Unfallversicherung (UVG) ihre Geldleistungen um die Hälfte kürzen oder sogar verweigern.

Bei Extremsportarten droht ein Prämienzuschlag
Viele Arbeitgeber haben heute in der UVG-Zusatzversicherung das Sonderrisiko (Grobe Fahrlässigkeit) eingeschlossen. Somit können allfällige Kürzungen der Leistungen der Obligatorischen Unfallversicherung aufgefangen werden, allerdings nicht in allen Fällen. So sind zum Beispiel Drogen-und Alkoholmissbrauch immer ein Kürzungsgrund. Im Antrag für Unfall- und Krankenzusatz-Versicherungen sowie für Lebensversicherungen wird meist gefragt, ob der zu Versichernde Extremsportarten betreibt. Wird dies bejaht, muss allenfalls ein Prämienzuschlag entrichtet werden. Es kann aber auch sein, dass ein besonderes Risiko von der Versicherung völlig ausgeschlossen wird.

Vor der Ausübung einer neuen Extremsportart empfiehlt es sich daher dringend, bei bereits abgeschlossenen Personenversicherungen abzuklären, ob und wieweit der geplante Risikosport versichert ist – unter Umständen muss mit einer Zusatzprämie für die Deckung von Sonderrisiken gerechnet werden.

Mark Grüring, Leiter Niederlassung Zug, Graf & Partner Versicherungsbroker AG

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Im Nebenjob richtig versichert sein

Wie sind Personen, die hauptberuflich beispielsweise mit einem 70 Prozent Pensum angestellt sind, in einem allfälligen (selbstständigen) Nebenberuf unfallversichert? Wie sind in diesem Fall neben den Heilungskosten zum Beispiel die Invaliditätsrisiken versichert?

Wie sind Personen, die hauptberuflich beispielsweise mit einem 70 Prozent Pensum angestellt sind, in einem allfälligen (selbstständigen) Nebenberuf unfallversichert? Wie sind in diesem Fall neben den Heilungskosten zum Beispiel die Invaliditätsrisiken versichert?

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. In der hauptberuflichen Tätigkeit ist man durch die Versicherung gemäss Gesetz
über die Unfallversicherung (UVG) des Arbeitgebers versichert. Die obligatorische Versicherung deckt sowohl die Behandlungs- und Heilungskosten als auch den Verdienstausfall sowie die Folgen von Invalidität und Tod.

Den Zusatzverdienst in Taggeldform versichern lassen

Auch die Unfälle in der Freizeit sind gedeckt, sofern man im Durchschnitt mindestens acht Stunden pro Woche im Hauptjob arbeitet. Durch diese Versicherung ist jedoch die Tätigkeit als selbstständig Erwerbender nicht voll gedeckt, da der dort erzielte Verdienst nicht in die Leistungsberechnung der hauptberuflichen Unfallversicherung einbezogen wird. Lediglich die Heilungskosten wären über die UVG-Versicherung im Haupterwerb vollumfänglich versichert. Der Verdienst jedoch nur im Rahmen des versicherten Gehalts im Hauptberuf. Für den Teil als selbstständig Erwerbender besteht die Möglichkeit, den Zusatzverdienst in Taggeldform zu versichern, ebenso weitere Invaliditäts- und/oder Todesfallkapitalien.

Wenn der Verdienst als selbstständig Erwerbender 74 100 Franken übersteigt, könnte man sich freiwillig der UVG-Versicherung unterstellen und so von diesem umfangreichen Versicherungsschutz profitieren. Allerdings müsste man dabei in Kauf nehmen, dass bei den Heilungskosten eine nicht vermeidbare Doppeldeckung bestehen würde. Also nicht unbedingt ideale Voraussetzungen.

Nicht gedeckten Lohnausfall und Renten könnte man grundsätzlich auch über massgeschneiderte Risiko-Lebensversicherungen abdecken. Ich empfehle jedoch, diese doch anspruchsvolle Konstellation mit dem Vertrauenspartner in Versicherungsfragen eingehend zu besprechen. Nur so hat man die Gewähr, dass bei der notwendigen Ermittlung der Bedürfnisse und bei der Koordination aller möglichen Leistungen alles sinnvoll und ohne Überschneidungen mit unnötigen Mehrkosten umgesetzt werden kann.

Mark Grüring, Leiter Niederlassung Zug, Graf & Partner Versicherungsbroker AG

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D&O insurance for the board of directors of a crypto company

Graf & Partner Versicherungsbroker AG, is the first company worldwide take out D&O insurance for the board of directors of a crypto company.

Graf & Partner Versicherungsbroker AG, is the first company worldwide take out D&O insurance for the board of directors of a crypto company.

The sum insured is five million euros. This was made possible thanks to Graf & Partner's in-depth knowledge and excellent contractual coverage provided by Zurich Insurance Company Ltd.

Ultimately, risk assessment calculations in the crypto world are incredibly difficult. Therefore, it is important to have experts on hand who are familiar with the details.

DEUTSCHE VERSION

Der Graf & Partner Versicherungsbroker AG ist es als erstes Unternehmen weltweit gelungen, eine D&O Versicherung für den Verwaltungsrat eines Krypto-Unternehmens abzuschliessen.

Es handelt sich dabei um eine Versicherungssumme von fünf Millionen. Dies wurde dank dem vertieften Know-how der Graf & Partner sowie dem exzellenten Kontakt zum Deckungsträger Zurich Insurance Company Ltd. möglich.

Eine Risikoeinschätzung in der Krypto-Welt ist grundsätzlich sehr schwierig, daher ist es umso wichtiger, Experten an der Hand zu haben, die sich mit den Details auskennen.

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Cyber-Risiken sind wie Grippe-Viren

Organisatorische und technische Sicherheitsmassnahmen, seien sie noch so ausgereift, können keinen vollständigen Schutz vor Cyper-Risiken gewährleisten. Ähnlich wie sich Grippe-Viren ständig verändern, ändert sich auch die Vorgehensweise der Cyber-Kriminellen. So gelingt es ihnen immer wieder Lücken auszunutzen.

Hier setz die Cyber Risk Versicherung an und schliesst diese Lücken. Auch Vorkommnisse nicht krimineller Natur sind dabei abgedeckt. So kann z.B. ein Stromunterbruch zu einem Datenverlust führen. Immer häufiger sind KMU von Cyber-Attacken betroffen.

Wie können sich KMU vor Cyber-Kriminalität schützten?

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (MELANI) publiziert jeweils Empfehlungen für KMU, welche möglichst umgesetzt werden sollten. Mit einer Cyber Risk Versicherung lässt sich zudem das Risiko massgeblich minimieren.

Mögliche Szenarien können sein:

- Phishing
- Verschlüsselung von Daten (Ransomware)
- Firmentelefonanlage wird manipuliert (teure Auslandsgespräche)
- Vertrauliche Patientendaten werden entwendet
- Ihr Online-Shop wird lahmgelegt

Durch Hackerattacken oder Datendiebstahl kann ihr Unternehmen massiv geschädigt werden. Solche Angriffe gehen jedoch häufig weit über Hackerangriffe und Datenmissbrauch hinaus und gefährden ihr digital vernetztes Unternehmen: Es können zudem Ansprüche von Drittpersonen an das Unternehmen gestellt werden, z.B. bei Datenschutzverletzung.


Die Graf & Partner AG bietet Ihnen mit einer Cyber Risk Versicherung Schutz vor z.B. Cyberangriffen, Datenverlust sowie Datenschutzverletzungen.

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Muss ich den Anwalt nehmen den mir meine Versicherung aufdrängt?

Kommt es zu einem Streitfall, erwartet Versicherte oft ein böses Erwachen. Viele Verträge, vor allem von Schweizer Versicherungsunternehmen, sehen spezielle Klauseln vor, welche die freie Wahl eines Anwalts ausschliessen oder beschränken

Kommt es zu einem Streitfall, erwartet Versicherte oft ein böses Erwachen. Viele Verträge, vor allem von Schweizer Versicherungsunternehmen, sehen spezielle Klauseln vor, welche die freie Wahl eines Anwalts ausschliessen oder beschränken. Die Versicherung darf einen Anwalt vorschlagen oder darf entscheiden, ob ein unabhängiger Anwalt des eigenen Vertrauens überhaupt gebraucht wird. Wenn der Versicherte auf sein Recht besteht, werden teilweise andere Anwälte vorgeschlagen, oder es droht ein hoher Selbstbehalt und Anwaltskosten werden nicht zur Gänze übernommen. In der Schweiz sind solche Klauseln grundsätzlich verbindlich, in Liechtenstein gestaltet sich die Situation anders.

In zahlreichen Entscheidungen[1] auf verschiedensten Ebenen wurde das Grundrecht auf freie Anwaltswahl ausgeformt. In Liechtenstein muss jede Rechtsschutz-Versicherung die freie Anwaltswahl des Versicherten garantieren (vergleiche Art. 60 Versicherungs-Vertragsgesetz). Als Versicherungsnehmer können Sie Ihren Anwalt somit frei wählen. Auf eine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung durch einen Versicherungsjuristen oder Vertragsanwalt müssen Sie sich demnach in Liechtenstein nicht verweisen lassen!

[1] EuGH C 442/12; EuGH C-293/10; etc.

Art. 60 Versicherungs-Vertragsgesetz

[…] In jedem Rechtsschutz-Versicherungsvertrag ist ausdrücklich vorzusehen, dass […] es dem Versicherten freisteht, welchen Rechtsanwalt oder welche sonstige Person er wählt […]. 

Art. 12 Internationales Versicherungs-Vertragsgesetz

[…] eine Rechtswahl zum Nachteil von Versicherungsnehmern mit gewöhnlichem Aufenthalt oder Hauptverwaltung im Inland (ist) insoweit unbeachtlich, als es sich um die zwingenden liechtensteinischen Bestimmungen zum Schutz der Versicherungsnehmer handelt […]

RA Mag. iur. Thomas Nägele, NÄGELE Rechtsanwälte GmbH, Vaduz

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Wohnrecht oder Nutzniessung – welches ist die bessere Variante?

Eltern sehen sich aufgrund unterschiedlicher Überlegungen oftmals veranlasst, ihr Grundeigentum zu Lebzeiten auf ihre Kinder zu übertragen, sich gleichzeitig aber den Verbleib im abgetretenen Grundeigentum vorzubehalten. Dabei stellt sich in der Praxis

Eltern sehen sich aufgrund unterschiedlicher Überlegungen oftmals veranlasst, ihr Grundeigentum zu Lebzeiten auf ihre Kinder zu übertragen, sich gleichzeitig aber den Verbleib im abgetretenen Grundeigentum vorzubehalten. Dabei stellt sich in der Praxis regelmässig die Frage, ob die Eltern das Grundeigentum besser aufgrund eines Wohnrechts oder aber einer Nutzniessung nutzen sollen.

Inhalt der Berechtigung
Das Wohnrecht vermittelt den Eltern die Befugnis, in einem Gebäude oder in einem Teil eines solchen zu wohnen. Da das Wohnrecht unübertragbar ist, können die Eltern die Wohnung nur selbst bewohnen, nicht aber Dritten vermieten. Die Nutzniessung hingegen verleiht den Eltern den vollen Genuss des Grundeigentums. So steht ihnen das Recht auf dessen Besitz, Gebrauch und Nutzung zu. Die Eltern können die Bewirtschaftung und Verwaltung bestimmen und aufgrund der Übertragbarkeit des Nutzniessungsrechts haben sie die Wahl, das Grundeigentum selbst zu bewohnen oder Dritten zu vermieten.

Gestaltungsmöglichkeit der Kostentragung
Das Gesetz sieht zwar Regelungen vor, welche Kosten durch die Kinder als Grundeigentümer und welche durch die Eltern als Wohnrechts- oder Nutzniessungsberechtigte zu tragen sind. Diese Regelungen können durch die Parteien jedoch abgeändert werden. Dadurch können sie primär selbst bestimmen, wer in welchem Umfang für welche Kosten aufzukommen hat. Legen die Parteien keine individuellen Kostentragungsregeln fest, so verteilt das Gesetz die Kosten wie folgt: Beim Wohnrecht tragen die Eltern nur den gewöhnlichen Unterhalt, d.h. kleine Reparaturen und Nebenkosten und die Kinder alle übrigen Kosten. Bei der Nutzniessung tragen die Eltern den gewöhnlichen Unterhalt, die Kosten der Bewirtschaftung und Verwaltung, die Versicherungs-prämien, die Hypothekarzinsen, sonstige periodische Gebühren und die Steuern. Die Kinder kommen nur für den aussergewöhnlichen Unterhalt bzw. grundlegende Arbeiten zum Schutz der Sache auf.

Steuerliche Folgen
Beim Wohnrecht versteuern die Eltern den Eigenmietwert als Einkommen, wobei die von ihnen getragenen Unterhaltskosten sowie die im Rahmen des entgeltlichen Wohnrechts entrichteten Gegenleistungen abzugsfähig sind. Die Kinder versteuern den Vermögenswert des Grundstücks als Vermögen und die beim entgeltlichen Wohnrecht bezogenen Gegenleistungen als Einkommen, wobei die von ihnen bezahlten Hypothekarzinsen und die übrigen von ihnen über den gewöhnlichen Unterhalt hinaus getragenen Unterhaltskosten abzugsfähig sind. Bei der Nutzniessung versteuern die Eltern den Eigenmietwert als Einkommen und den Vermögenswert des Grundstücks als Vermögen, wobei der Grundstücksunterhalt und die Hypothekarzinsen sowie die im Rahmen des entgeltlichen Wohnrechts erbrachten Gegenleistungen abzugsfähig sind. Die Kinder versteuern die im Rahmen des entgeltlichen Wohnrechts bezogenen Leistungen als Einkommen.

Fazit
Ob, zu welchem Wert und zu welchen Gegenleistungen die Eltern ihr Grundeigentum auf alle oder einzelne ihrer Kinder übertragen und ob sich die Eltern vorteilhafterweise das Wohnrecht oder die Nutzniessung am Grundeigentum vorbehalten, bedarf einer minutiösen und weitsichtigen Gesamtbetrachtung aller relevanten Umstände. Wollen die Eltern mit dem Grundeigentum künftig weniger zu tun haben, würde sich ein Wohnrecht anbieten. Im umgekehrten Fall wäre eher eine Nutzniessung zu favorisieren. Zu berücksichtigen ist sodann, dass bei einem alters- oder gesundheitsbedingten Übertritt der Eltern in eine Pflegeinstitution das Wohnrecht durch die Eltern nicht mehr ausgeübt werden könnte und die Eltern aus ihrer Berechtigung keine Vorteile mehr hätten. Bei einer Nutzniessung dagegen stünde den Eltern nach wie vor die Möglichkeit offen, das Grundstück zu vermieten und den Mietzins zu beanspruchen. Diese und weitere Überlegungen sind mit Bedacht und Weitsicht unter Einbezug fachkundiger Beratung anzustellen. Empfehlenswert ist es in jedem Falle, eine umfassende Lösung anzustreben, welche allen relevanten Sachverhaltselementen gerecht wird und nicht nur eine fragmentarische, isolierte Eigentumsübertragung ohne weitere Klärungen und Regelungen umsetzt.

Autor: Klaus Schneeberger, eidg. dipl. Immobilientreuhänder
www.raumpartner.ch

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